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Fellwechsel im Herbst bei Hund und Katze: was normal ist und wann nicht

Hund wird im Herbst mit fallendem Laub im Hintergrund gebürstet

Wenn im September plötzlich überall Haare liegen, im Fell selbst oder auf dem Sofa, ist das für die meisten Hunde und Katzen völlig normal. Der Herbstfellwechsel ist ein natürlicher Prozess, mit dem sich Tiere auf den Winter vorbereiten. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, was normal ist, was du unterstützend tun kannst und wann vermehrter Haarausfall tatsächlich ein Grund ist, zum Tierarzt zu gehen.

Warum Hund und Katze im Herbst Fell wechseln

Ausgelöst wird der Fellwechsel nicht in erster Linie von der Temperatur, sondern von der Tageslichtlänge. Werden die Tage kürzer, registriert der Körper das über die Netzhaut und stellt den Hormonhaushalt um. Als Reaktion wächst dichteres Winterfell mit mehr Unterwolle nach, während ein Teil des Sommerfells ausfällt. Bei reinen Wohnungstieren, die kaum Tageslichtschwankungen mitbekommen und zusätzlich ganzjährig geheizten Räumen ausgesetzt sind, kann sich dieser Rhythmus verschieben oder abschwächen, ganz aussetzen tut er aber selten.

Der Herbstfellwechsel unterscheidet sich vom Fellwechsel im Frühjahr in seiner Richtung: Im Frühjahr wird die dichte Unterwolle des Winters gegen ein leichteres Sommerfell getauscht, im Herbst passiert das Gegenteil. Beide Prozesse sind für den Körper anstrengend, weil parallel zum sichtbaren Haaren auch der Stoffwechsel umgestellt wird. Das erklärt, warum manche Tiere in dieser Zeit etwas müder wirken oder mehr fressen als sonst.

Was normal ist

  • Vermehrtes Haaren über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen
  • Deutlich mehr Unterwolle beim Bürsten, besonders bei doppelt behaarten Rassen
  • Ein insgesamt dichteres, oft auch etwas stumpferes Fellbild in der Übergangszeit
  • Bei Katzen ein leicht erhöhtes Risiko für Haarballen, weil beim Putzen mehr lose Haare verschluckt werden

Wann du genauer hinschauen solltest

Nicht jeder Haarausfall im Herbst ist harmloser Fellwechsel. Aufmerksam werden solltest du bei kahlen Stellen ohne nachwachsendes Fell, bei geröteter oder schuppiger Haut, bei ständigem Kratzen oder Lecken einer bestimmten Stelle, und wenn der Haarausfall länger als sechs bis acht Wochen unvermindert anhält. Mögliche Ursachen dafür sind Parasiten wie Flöhe oder Milben, Futtermittelallergien, Schilddrüsenprobleme oder schlicht Stress, etwa durch einen Umzug oder ein neues Familienmitglied. In all diesen Fällen ersetzt kein Ratgeber den Blick des Tierarztes, aber ein früher Termin verhindert oft, dass aus einer kleinen Sache eine langwierige wird.

So unterstützt du den Fellwechsel sinnvoll

Das meiste erledigt die Bürste. Kurzhaarige Hunde und Katzen kommen mit ein- bis zweimal pro Woche aus. Bei dichter Unterwolle, also bei Schäferhund, Husky oder Maine Coon, sind im Fellwechsel drei bis vier Einheiten nötig, sonst verfilzt die zweite Schicht, bevor die erste durch ist. Entscheidend ist das Werkzeug: Ein Unterwollkamm holt die losen Haare aus der Tiefe, eine normale Bürste fährt oben drüber. Bei Katzen hat das einen Nutzen, der nichts mit dem Sofa zu tun hat. Was du auskämmst, schluckt sie beim Putzen nicht. Häufiges Würgen ohne Ergebnis ist im Herbst das typische Zeichen dafür, dass zu viel davon im Magen landet.

Beim Futter hält sich die Idee, im Fellwechsel müsse etwas dazu. In den meisten Haushalten stimmt das nicht. Ein Futter, das als Alleinfuttermittel deklariert ist, deckt den Bedarf an Eiweiß und Fettsäuren nach Definition bereits vollständig ab; genau dafür steht die Bezeichnung. Zusätzliches Öl oder Biotin zeigt deshalb nur dort eine Wirkung, wo tatsächlich ein Mangel vorliegt, und den stellt niemand am Sofa fest, sondern der Tierarzt anhand von Blutwerten. Mehr Fett im Napf ist außerdem kein harmloser Überschuss, sondern zusätzliche Energie, die bei einem Tier mit ohnehin wenig Bewegung auf die Rippen geht. Bleibt das Fell stumpf, obwohl gut gefüttert wird, ist das ein Grund für einen Termin, nicht für ein neues Pulver.

Ab Oktober kommt ein Faktor dazu, den man dem Tier nicht ansieht. Sobald die Heizung läuft, sinkt die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung, und trockene Luft macht Haut und Fell spröde. Regelmäßiges Stoßlüften hilft, ein Luftbefeuchter auch. Was dagegen selten hilft, ist Baden: Ein zusätzliches Bad spült genau den Talg aus dem Fell, den die Haut gerade jetzt braucht. Gegen die Haare in der Wohnung wirkt Staubsaugen und das Abwischen der Liegeplätze ohnehin besser als jedes Shampoo.

Bei alten Tieren dauert alles länger. Der Stoffwechsel arbeitet langsamer, das neue Fell wächst zäher nach, und der Wechsel fällt oft deutlicher aus als in jungen Jahren. Bei ihnen lohnt ein Blick auf Gewicht und Aktivität, weil beides in dieser Zeit leise kippen kann. Am anderen Ende steht der erste echte Fellwechsel, den Welpen und Kitten meist erst im zweiten Lebensjahr erleben, wenn das weiche Babyfell dem Erwachsenenfell weicht. Das sieht dramatisch aus und ist es nicht.

Hund und Katze unterscheiden sich dabei weniger in der Sache als im Tempo. Ein Husky verliert innerhalb weniger Tage sichtbar Büschel. Eine Wohnungskatze haart das ganze Jahr ein wenig und kommt im Herbst kaum auffälliger daher als im Juni, weil ihr die Tageslichtschwankungen fehlen. Vier bis sechs Wochen sind in beiden Fällen die Regel. Bei sehr dichter Unterwolle oder beginnender Verfilzung kürzt ein einmaliges Ausbürsten beim Groomer diese Zeit spürbar ab. Nötig ist der Termin nicht. Angenehm ist er trotzdem.

Portrait einer Maine Coon im Stil eines Ölgemäldes im Holzrahmen, dichtes Winterfell nach dem Fellwechsel

Und fürs Portrait?

Der Herbstfellwechsel ist übrigens kein guter Zeitpunkt für das Ausgangsfoto eines Tierportraits, weil das Fell in dieser Zeit oft unruhig und stumpf wirkt. Warte, wenn möglich, bis das Winterfell vollständig nachgewachsen ist, meist einige Wochen später. Das dichtere Fell wirkt auf Fotos vom Volumen her deutlich harmonischer, besonders in Aquarell.

Steht das Winterfell dann vollständig, ist der Moment für das Foto gekommen: dichtes Fell wirkt auf einem Portrait voller als das dünne Sommerfell. Die Tierportraits für Hund, Katze und Pferd gibt es im Holzrahmen, auf Leinwand, auf Acrylglas und als Poster.

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Das Print My Pet Team

Wir leben mit Hunden, Katzen und einem alten Haflinger. Was wir schreiben, haben wir selbst durchgemacht.

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