Auf dem Großen St. Bernhard, 2469 Meter über dem Meer, hielten Mönche seit der Mitte des 17. Jahrhunderts große Berghunde. Laut FCI-Standard holten diese Hunde verirrte Reisende aus Schnee und Nebel, und der legendäre Barry wurde zum Urbild des Rettungshundes. Heute ist der Bernhardiner vor allem eines: ein sehr großer, sehr freundlicher Familienhund.
| FCI | Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde), Sektion 2.2 Molossoide, Typ Berghunde, Standard Nr. 61, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Schweiz |
| Größe (Widerrist) | Rüden 70 bis 90 cm, Hündinnen 65 bis 80 cm; größere Hunde werden nicht abgewertet, wenn sie harmonisch gebaut sind |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | Median 9,3 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024) |
| Fell | zwei Varietäten: Kurzhaar (Stockhaar) mit dichtem, derbem Deckhaar, und Langhaar mit mittellangem Deckhaar, beide mit reichlich Unterwolle |
| Farben laut Standard | Weiß mit roten Platten bis zur durchgehenden roten Decke, auch zerrissener Mantel; gestromtes Rotbraun zulässig, Braungelb toleriert; weiße Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze, Nasenband, Blesse und Genick |
Herkunft
Das Hospiz auf dem Pass gründeten Mönche im 11. Jahrhundert. Bilder der Hunde gibt es laut Standard seit 1695, eine schriftliche Notiz seit 1707. Die direkten Vorfahren waren große Bauernhunde der Gegend. 1884 war ein Bernhardiner namens Léon der allererste Eintrag im Schweizerischen Hundestammbuch, 1887 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Seither gilt sie als Schweizer Nationalhund.
Wesen
Im Wesen freundlich, im Temperament ruhig bis lebhaft, wachsam: Knapper fasst es der Standard nicht. Im Alltag ist er ein gelassener Begleiter, der seine Größe nicht immer im Blick hat. Leinenführigkeit und Grundgehorsam sollten sitzen, bevor er ausgewachsen ist, denn später hältst du ihn mit reiner Kraft nicht mehr.
Bewegung und Beschäftigung
Lieber gemütliche, längere Spaziergänge als Sprints und Ballwerfen. Im Sommer gehören die Runden in die kühlen Stunden. Ruhige Aufgaben wie Suchspiele passen besser zu ihm als Hundesport mit vielen Sprüngen.
Pflege
Beide Varietäten haben reichlich Unterwolle und haaren entsprechend. Mehrmals pro Woche bürsten, im Fellwechsel täglich. Die Augen regelmäßig ansehen: Der Standard verlangt einen natürlichen, festen Lidschluss und schließt nach außen oder innen gerollte Lider (Ektropium, Entropium) aus.
Gesundheit
Die gemeinsame Zeit ist kürzer als mit vielen anderen Hunden. In der britischen Auswertung von McMillan und Kollegen lag sein Median bei 9,3 Jahren, das Sterberisiko war 1,7-fach höher als bei Mischlingen. Ein Thema, das du kennen solltest, sind Knochentumoren: In einer schwedischen Versicherungsstudie mit rund 400.000 Hunden hatte der Bernhardiner mit 78 Fällen je 10.000 Hundejahren die zweithöchste Rate, nach dem Irischen Wolfshund (Egenvall et al. 2007). Eine Lahmheit, die nicht nach wenigen Tagen besser wird, gehört deshalb in die Tierarztpraxis. Lass dir von Züchtern die Röntgenbefunde der Elterntiere zu Hüfte und Ellbogen zeigen.
Für wen passt der Bernhardiner?
Für ruhige Familien mit Platz, Garten und großem Auto, mit Zeit für Fellpflege und einem Budget, das zu einem Riesen passt: Futter, Tierarzt und Ausstattung kosten bei ihm mehr.
Für wen eher nicht?
Für Wohnungen im dritten Stock ohne Aufzug, für Menschen, die Hundehaare stören, und für alle, die einen sportlichen Begleiter für Joggingrunden suchen.
Ob ein Hund dieser Größe zu deinem Alltag passt, zeigt dir der Rasse-Test, gründlicher noch unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Für die ersten Wochen mit Welpe gibt es das kostenlose Welpen-Startpaket. Wenn dein Bernhardiner schon bei dir lebt: Bei den Hundeportraits findest du ihn als Bild für die Wand, etwa als Magazin-Cover auf Leinwand oder als Poster im Holzrahmen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 61 St. Bernhardshund (Bernhardiner) (fci.be, Fassung vom 03.06.2016); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Egenvall A et al., Bone tumors in a population of 400 000 insured Swedish dogs up to 10 y of age: incidence and survival, Canadian Journal of Veterinary Research 2007.
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