Sein Name klingt nach Gefahr und meint etwas ganz anderes. „Bloodhound“ kommt laut FCI-Standard von „blooded hound“, also Laufhund von reinem Blut. Gemeint ist ein sanfter Riese, der heute vor allem eines tut: Fährten verfolgen, über weite Strecken, auch auf der Suche nach vermissten Menschen.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.1 Große Laufhunde, Standard Nr. 84 Chien de Saint-Hubert (Bluthund), mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Belgien |
| Größe (Widerrist) | ideal Rüden 68 cm, Hündinnen 62 cm, Toleranz 4 cm nach oben oder unten |
| Gewicht | Rüden ungefähr 46 bis 54 kg, Hündinnen ungefähr 40 bis 48 kg |
| Lebenserwartung | Median 9,3 Jahre in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden, beim Bluthund auf Basis von 71 Todesfällen (McMillan et al. 2024) |
| Fell | kurz, dicht, ziemlich harsch und wetterfest, an Kopf und Ohren sehr kurz und weich |
| Farben laut Standard | Schwarz mit Loh, Leberfarben mit Loh, einfarbig Rot (hell bis dunkel); etwas Weiß an Brust, Zehen und Rutenspitze zulässig, aber unerwünscht |
Herkunft
Gezüchtet haben ihn laut Standard die Mönche der Abtei Saint-Hubert in den Ardennen. Er geht auf die schwarzen oder schwarz-lohfarbenen Jagdhunde des heiligen Hubertus im 7. Jahrhundert zurück, des Schutzpatrons der Jäger. Im 11. Jahrhundert brachte Wilhelm der Eroberer diese Hunde nach England, wo sie zu den Stammvätern des Bloodhound wurden.
Wesen
Der Standard beschreibt ihn als sanftmütig, ruhig, freundlich und umgänglich, stark auf seinen Menschen geprägt, verträglich mit anderen Tieren, nie aggressiv. Ebenso klar steht dort: eher zurückhaltend und eigensinnig, empfindsam für Lob und Tadel. Druck bringt bei ihm wenig, Geduld viel.
Bewegung und Beschäftigung
Seine Nase führt, er folgt. Freilauf ist bei einem Hund, der stundenlang einer Spur nachgehen kann, selten eine gute Idee. Ideal ist Mantrailing oder Fährtenarbeit an der langen Leine, dazu ruhige, lange Spaziergänge. Als Welpe und Junghund wächst er schnell, Sprünge und wildes Toben sollten in dieser Zeit maßvoll bleiben.
Pflege
Das kurze Fell braucht wenig. Mehr Aufmerksamkeit verlangen die langen Ohren, die Hautfalten am Kopf und die Augenlider: regelmäßig reinigen und kontrollieren. Der Standard selbst warnt vor übertriebenen Falten und schlaffen Lidern. Rechne außerdem mit Sabber.
Gesundheit
Die Magendrehung ist beim Bluthund ein ernstes Thema. In einer britischen Gesundheitsumfrage zu 15.881 verstorbenen Rassehunden gehörte er zu den Rassen mit dem höchsten Risiko, daran zu sterben (Evans und Adams 2010). In einer amerikanischen Kohortenstudie mit großen Rassen, darunter der Bluthund, erhöhten schnelles Fressen und ein hoch gestellter Napf das Risiko (Glickman et al. 2000). Füttere deshalb mehrere kleine Mahlzeiten aus einem Napf am Boden, lass ihn danach ruhen und sprich mit der Tierarztpraxis über eine vorbeugende Magenfixierung.
Für wen passt der Bluthund?
Für ruhige, erfahrene Menschen mit Platz, Zeit und Lust auf Nasenarbeit, die einen sanften, aber eigenwilligen Hund schätzen.
Für wen eher nicht?
Für Ersthalter, kleine Wohnungen, sehr ordnungsliebende Haushalte und alle, die einen gehorsamen Freilaufhund suchen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 84 Chien de Saint-Hubert (Bluthund) (fci.be, Fassung vom 05.06.2002); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024; Evans KM, Adams VJ, Mortality and morbidity due to gastric dilatation-volvulus syndrome in pedigree dogs in the UK, Journal of Small Animal Practice 2010; Glickman LT et al., Non-dietary risk factors for gastric dilatation-volvulus in large and giant breed dogs, Journal of the American Veterinary Medical Association 2000.
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