Ein Hund aus zwei Hunden: Laut FCI-Standard entstand der Griffon Bleu de Gascogne, als ein mittelgroßer Blauer aus der Gascogne mit einem rauhaarigen Griffon gekreuzt wurde. Herausgekommen ist ein kräftiger, struppiger Jäger, der im Körperbau genau zwischen seinen beiden Ausgangsrassen steht.
| FCI | Gruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 Mittelgroße Laufhunde, Standard Nr. 32, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden 50 bis 57 cm, Hündinnen 48 bis 55 cm |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | hart, rau und struppig, am Kopf etwas kürzer, auf dem Behang sehr kurz und anliegend |
| Farben laut Standard | vollständig schwarz-weiß getüpfelt mit schieferblauem Schimmer, mit oder ohne schwarze Platten; schwarze Flecken an den Kopfseiten, lohfarbene Vieräugelflecken, Lohspuren an Wangen, Lefzen, Behang, Läufen und unter der Rute |
Fast verschwunden, dann zurück
Sein Ursprung ist sehr alt und liegt in den Pyrenäen, schreibt der Standard. Aus der offiziellen Kynologie war die Rasse schon so gut wie verschwunden, inzwischen erlebt sie eine kräftige Wiederbelebung. Eingesetzt wird der vielseitige Hund bei der Flintenjagd auf den Hasen, wegen seiner feinen Nase aber auch auf der Wildschweinfährte. Die glatthaarigen Verwandten findest du beim Grand Bleu de Gascogne und beim Petit Bleu de Gascogne, die kurzbeinige Form beim Basset Bleu de Gascogne.
Quirlig und trotzdem verschmust
Feine Nase, gutes Geläut, gründlich bei der Suche und zugleich voller Eifer: So fasst der Standard sein Verhalten zusammen. Den Charakter nennt er aufgeweckt, sogar quirlig, aber anschmiegsam. Ein furchtsamer Hund gilt als fehlerhaft, ein aggressiver wird disqualifiziert. Im Haus ist er oft ein freundlicher Begleiter, draußen übernimmt schnell die Nase das Kommando.
Arbeit für eine Wildschweinnase
Die FCI verlangt für ihn eine Arbeitsprüfung, er ist also ein Gebrauchshund aus der Jagd. Wer nicht jagt, ersetzt das mit langen Touren im Gelände, Fährtenarbeit an der Schleppleine oder Mantrailing. Kurze Runden um den Block reichen ihm nicht. Den Rückruf baust du früh und geduldig auf, frei laufen darf er nur dort, wo kein Wild seine Spur kreuzt.
Bart, Brauen, harter Mantel
Das harte, struppige Haar ist robust und braucht wenig Aufwand: einmal pro Woche gründlich durchbürsten, abgestorbene Haare auszupfen, Kletten nach dem Ausflug entfernen. Die buschigen Augenbrauen dürfen die Augen laut Standard nicht verdecken. Bart und Behang schaust du nach dem Fressen und nach nassen Tagen an.
Was die Forschung (noch) nicht weiß
Zu dieser seltenen Rasse fand sich keine Studie mit Krankheitszahlen. Auch in der großen britischen Langlebigkeitsauswertung von McMillan und Kollegen steht sie nur in der Namensliste, ausgewertet wurde sie nicht. Eine Lebenserwartung lässt sich deshalb nicht seriös nennen. Der Standard verlangt, dass nur funktional und klinisch gesunde Hunde in die Zucht gehen. Frag beim Zuchtverein, welche Untersuchungen die Elterntiere hatten, und lass dir die Befunde zeigen.
Wo er hinpasst und wo nicht
Gut aufgehoben ist er bei Jägern und bei Menschen, die täglich draußen sind, Nasenarbeit lieben und mit einem lauten, eifrigen Hund leben wollen. Schwierig wird es in einer hellhörigen Wohnung, bei viel Alleinsein und bei der Erwartung, dass ein Hund ohne Leine zuverlässig neben dir bleibt. Wer seinen Eifer lenken kann, bekommt einen struppigen Partner mit erstaunlich weichem Kern.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 32 Griffon Bleu de Gascogne (fci.be, deutsche und englische Fassung vom 29.08.2023, gültiger Originalstandard vom 01.08.2023); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse aufgeführt, aber nicht ausgewertet).
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