Kaninchen in Mauerritzen, unter Steinhaufen am Feldrand und in den röhrenartigen Gängen erkalteter Lava: Dort spürt der Podenco Canario sie laut FCI-Standard mit Nase und Gehör auf. Er hält Hitze aus und jagt vom Morgengrauen bis zur Dunkelheit. Wer so einen Hund nach Hause holt, holt sich diese Ausdauer mit.
| FCI | Gruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 7 Urtyphunde zur jagdlichen Verwendung, Standard Nr. 329, ohne Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Spanien (Kanarische Inseln) |
| Größe (Widerrist) | Rüden 55 bis 64 cm, Hündinnen 53 bis 60 cm; je 2 cm darüber oder darunter zulässig, wenn der Grundtyp stimmt |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | glatt, kurz und dicht |
| Farben laut Standard | Rot mit Weiß bevorzugt, das Rot von Orange bis Dunkelrot (Mahagoni); alle Kombinationen dieser zwei Farben |
Ein Spurensucher im Vulkangestein
Laut Standard ist er in erster Linie ein Fährtenhund, der während der Nasenarbeit weder bellen noch die Beute greifen soll. Auf den Inseln jagt er auch mit Frettchen. Seine jagdlichen Fähigkeiten machten ihn über Jahrhunderte unentbehrlich, nur deshalb hat die Rasse überlebt, schreibt der Standard.
Von Gran Canaria und Teneriffa
Zahlreich ist er auf allen Kanarischen Inseln, besonders auf Gran Canaria und Teneriffa. Der Standard sieht ihn als Hund altägyptischer Herkunft, den Phönizier, Griechen, Karthager oder Ägypter auf die Inseln brachten, und nennt ein Alter von etwa 7000 Jahren. Das ist die Sicht des Standards. Eine genetische Studie fand bei fünf kanarischen Rassen klar abgrenzbare Populationen, deren Geschichte zu den historischen Quellen passt (Suárez et al. 2013), datiert die Rasse aber nicht. Eng verwandt im Typ ist der Podenco Ibicenco.
Feurig, aber nicht aggressiv
Mutig, nervig, unruhig, feurig und dynamisch, imponierend, aber keineswegs aggressiv: So beschreibt ihn der Standard, dazu seinem Herrn bedingungslos ergeben. Diese Energie will einen Platz. Ohne Aufgabe wird aus Unruhe schnell Dauerstress, mit Fährtensuche, langen Wanderungen an der Schleppleine und gesicherten Rennflächen wird daraus ein ausgeglichener Begleiter.
Ein Körper ohne Reserven
Unterhautfett fehlt ihm laut Standard, Rippen, Wirbelsäule und Hüftknochen dürfen sichtbar sein, die Muskeln zeichnen sich unter der Haut ab. Das ist rassetypisch und kein Zeichen von Hunger, die Futtermenge richtest du nach Muskeln und Leistung. Das kurze Fell pflegt sich fast von allein, wärmt aber wenig: Für kalte, nasse Tage lohnt ein Mantel, drinnen ein gepolstertes Bett.
Herzwurm und andere Mitbringsel
Rassespezifische Gesundheitsstudien sind rar. Gut untersucht ist der Herzwurm (Dirofilaria immitis), den Stechmücken übertragen. Auf Gran Canaria war er bei Podenco Canario zwischen 2000 und 2008 stets häufiger als in der übrigen Hundepopulation, je nach Jahr bei 34,65 bis 41,6 Prozent (Montoya-Alonso et al. 2010). Die Autoren führen das auf fehlende Vorbeugung und häufige Mückenstiche zurück. Übernimmst du einen Podenco von den Inseln, lass ihn auf Herzwurm und weitere Reisekrankheiten testen.
Passt zu dir, wenn
du gern viele Stunden draußen bist, Jagdtrieb nicht als Erziehungsfehler siehst und einen sicher eingezäunten Garten hast. Hundeerfahrung hilft sehr.
Eher nicht, wenn
Kleintiere oder Katzen bei dir leben, du einen Hund für Stadtcafés und spontanen Freilauf suchst oder er viele Stunden allein bleiben müsste. Auch ein sehr zartes Erziehungstempo wird ihm nicht gerecht.
Bevor du dich für einen Jagdhund vom Urtyp entscheidest, lohnt der Rasse-Test, ausführlich hilft unser Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Für einen jungen Hund gibt es das kostenlose Welpen-Startpaket. Wenn du deinen Podenco Canario lieber an der Wand siehst: Bei den Hundeportraits gibt es ihn auch als Poster im Holzrahmen.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 329 Podenco Canario (fci.be, deutsche Fassung vom 03.11.1999); Montoya-Alonso JA et al., Epidemiological survey of canine heartworm disease on the island of Gran Canaria (Canary Islands, Spain) between 2000 and 2008, Veterinary Parasitology 2010; Suárez NM et al., Genetic characterization, at the mitochondrial and nuclear DNA levels, of five Canary Island dog breeds, Animal Genetics 2013; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.
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