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Barsoi (Russischer Jagdwindhund)

Barsoi als Portrait im Ölgemälde-Stil vor warmem braunem Hintergrund

Mehrere hundert Hunde und eigens dafür gehaltene Pferde: So groß konnte eine russische Windhundjagd im 18. und 19. Jahrhundert sein, berichtet der FCI-Standard. Aus dieser Tradition stammt der Barsoi, dessen Rüden laut Standard 75 bis 85 cm Widerristhöhe erreichen sollen.

FCI Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 1 Langhaarige oder befederte Windhunde, Standard Nr. 193 Russkaya Psovaya Borzaya (Barsoi, Russischer Jagdwindhund), ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland Russland
Größe (Widerrist) gewünscht Rüden 75 bis 85 cm, Hündinnen 68 bis 78 cm
Gewicht im FCI-Standard nicht festgelegt
Lebenserwartung Median 12,0 Jahre bei nur 142 erfassten Barsois in einer britischen Auswertung von 584.734 Hunden (McMillan et al. 2024)
Fell lang, weich und seidig, wellig oder in Locken; an Kopf, Ohren und Innenseite der Läufe kurz; reiche Befederung mit Muff am Hals
Farben laut Standard alle Farben von Weiß bis Schwarz in jeder Kombination, auch gestromt und mit Loh; nicht zulässig sind Braun, Blau, Isabell und verdünnte Farben ohne schwarzen Nasenschwamm

Tataren, Zaren und der Standard von 1888

Laut Standard beginnt seine Geschichte mit dem Mongolensturm. Die Tataren jagten mit Windhunden arabischen Ursprungs, russische Jäger mit kräftigen Hunden, die sogar Elche stellten. Aus dieser Kreuzung entstand der Barsoi, später kamen Polnischer Windhund und der Klock aus Kurland hinzu. Die Moskauer Jagdgesellschaft veröffentlichte 1888 den ersten Standard. Geführt wurde er vor allem auf Hase und Fuchs, seltener auf den Wolf. In derselben FCI-Sektion stehen Saluki und Afghanischer Windhund.

Gelassen und aufmerksam

Ein ausgeglichenes Wesen und ein ausgeprägt aufmerksamer Blick, Menschen gegenüber neutral bis freundlich, so beschreibt ihn der Standard. Er drängt sich niemandem auf und taugt kaum als Wachhund. Sieht er Wild, wechselt er dagegen ohne Vorwarnung in die Hetzjagd.

Ein großer Hund braucht Platz

Im Alltag trabt er locker und raumgreifend, bei der Jagd wird daraus ein äußerst schneller Galopp. Gib ihm diesen Galopp regelmäßig auf einer eingezäunten Fläche oder beim Coursing. Im Auto, im Flur und im Körbchen braucht er viel Raum.

Seide mit Locken

Das lange, seidige Haar wird ein- bis zweimal pro Woche gebürstet, im Haarwechsel öfter. Achte besonders auf Muff, Hosen und Rutenfahne, dort bilden sich zuerst Knoten.

Ein Blick aufs Herz

Im Median wurden Barsois in der britischen Auswertung von McMillan und Kollegen 12,0 Jahre alt, so alt wie Mischlinge. Weil nur 142 Barsois erfasst waren, ist die Zahl unsicher. Von 146 klinisch gesunden erwachsenen Barsois hatten 14,4 Prozent eine strukturelle Herzerkrankung, darunter 6,2 Prozent eine dilatative Kardiomyopathie (DCM), bei der der Herzmuskel erschlafft. Herzgeräusche ohne Krankheitswert fanden sich bei 53,8 Prozent der herzgesunden Hunde (Wesselowski et al. 2024, AJVR). In einer zweiten Studie zeigten 8 von 82 herzgesunden Barsois Kammerrhythmusstörungen im EKG (Wesselowski et al. 2024, JAVMA). Die Autoren empfehlen Herzultraschall zur Früherkennung. Frag beim Züchter nach Ultraschall- und EKG-Befunden der Elterntiere.

Bei dir gut aufgehoben, wenn

du ruhig lebst, genug Platz hast, einen sanften, eigenständigen Hund magst und regelmäßig sichere Rennflächen erreichst. Kinder sollten alt genug sein, um seine Ruhephasen zu achten.

Eher nichts für dich, wenn

eine kleine Wohnung ohne Aufzug, Katzen ohne behutsame Gewöhnung oder der Wunsch nach einem Freiläufer zu deinem Alltag gehören. Für ihn zählt am Ende vor allem eines: genug Raum zum Strecken, drinnen wie draußen.

Barsoi als Portrait im Ölgemälde-Stil vor warmem braunem Hintergrund

Ob ein Windhund dieser Größe zu deiner Wohnung und deinem Tag passt, prüfst du im Rasse-Test, vertiefen kannst du es mit unserem Buch „Welcher Hund passt WIRKLICH zu dir?“. Für den Start mit einem Welpen gibt es das kostenlose Welpen-Startpaket. Deinen Barsoi als Bild findest du bei den Hundeportraits oder auf dem Magazin-Cover als Leinwand.

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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 193 Russkaya Psovaya Borzaya (Barsoi, Russischer Jagdwindhund) (fci.be, deutsche Fassung vom 21.04.2020, gültig publiziert 04.09.2019); Wesselowski S et al., Echocardiographic values and prevalence of cardiac abnormalities in clinically healthy adult Borzoi dogs, American Journal of Veterinary Research 2024; Wesselowski S et al., Electrocardiographic abnormalities are frequently detected in healthy adult Borzoi with a normal echocardiogram, Journal of the American Veterinary Medical Association 2024; McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024.

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