Nur in einem Punkt unterscheidet der FCI-Standard die beiden Spaniel aus der Picardie ausdrücklich: in der Fellfarbe. Der Blaue Picardie-Spaniel ist silbergrau bis grauschwarz gesprenkelt, mit oder ohne schwarze Platten, und wirkt dadurch bläulich. Weiße oder braune Platten führen zur Disqualifikation.
| FCI | Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde, Typ Spaniel, Standard Nr. 106, mit Arbeitsprüfung |
|---|---|
| Ursprungsland | Frankreich |
| Größe (Widerrist) | Rüden 57 bis 62 cm, Hündinnen 55 bis 60 cm; 2 cm Abweichung nach oben oder unten zulässig, aber unerwünscht |
| Gewicht | im FCI-Standard nicht festgelegt |
| Lebenserwartung | keine belastbare Studienzahl gefunden (N/V) |
| Fell | flach oder leicht gewellt, Läufe und Rute gut befranst; Behang mit schönem, gewelltem, seidigem Haar |
| Farben laut Standard | silbergrau bis grauschwarz gesprenkelt mit bläulichem Schimmer, mit oder ohne schwarze Platten; weiße oder braune Platten disqualifizieren |
Von den Spanieln des Nordens
Im 19. Jahrhundert beschrieben Autoren in der Picardie schwarze oder schwarz-weiße Spaniel, die sie Épagneuls du Nord nannten. Erst ab dem frühen 20. Jahrhundert liefen die blauen Hunde in einer eigenen Klasse, bis sie als Rasse anerkannt wurden. Als der Standard 1938 eingetragen wurde, hieß es über ihn: ziemlich bodennah und gut gebaut für die Arbeit. Bei der FCI ist er seit 1954 endgültig anerkannt, die aktuelle Fassung gilt seit Juni 2023. Sein Schwesterschlag ist der Picardie-Spaniel.
Spezialist für die Waldschnepfe
Der Standard nennt ihn einen Kontakthund, der in Schussweite sucht und sich jeder Jagd auf Niederwild anpasst. Besonders geschickt sei er bei der Jagd auf Waldschnepfen. Ein Hund, der nah bei seinem Menschen arbeitet, ist auch im Alltag leichter zu führen als ein weit ausholender Sucher.
Sanft im Haus
Geschmeidig, sanft und ausgeglichen, gut an das Familienleben angepasst, gelassen und nie aggressiv: So beschreibt der Standard sein Wesen. Er fügt hinzu, dass der Hund immer einen Weg zu einer liebevollen Kuscheleinheit findet.
Wie viel Bewegung er braucht
Laut Standard braucht er täglich einen Spaziergang, um fit zu bleiben und abzuschalten. Für einen athletischen Vorstehhund solltest du darunter mehr als eine Runde um den Block verstehen: ein bis zwei Stunden mit Gelegenheit zu laufen und zu suchen. Suchspiele, Dummyarbeit oder Fährten geben ihm eine Aufgabe.
Fransen und Behang
Das flache Haar braucht einmal pro Woche Bürste und Kamm, die Fransen an Läufen und Rute nach nassen Tagen etwas öfter. Zwischen den Zehen wächst laut Standard reichlich Haar. Die langen, seidig behaarten Ohren kontrollierst du regelmäßig.
Kaum Daten zur Gesundheit
In der großen britischen Langlebigkeitsstudie ist die Rasse genannt, aber nicht ausgewertet (McMillan et al. 2024). Eine rassespezifische Krankheitsstudie haben wir nicht gefunden. Der Standard verlangt, dass nur funktional und klinisch gesunde Hunde in die Zucht gehen. Frag beim Züchter nach Hüftröntgen und Augenbefund beider Eltern.
Zu wem er passt, zu wem eher nicht
Er passt zu Familien und Paaren, die viel draußen sind und einen ruhigen, verschmusten Jagdhund schätzen. Wer kaum Zeit für Bewegung hat oder einen Hund sucht, der den Tag gern verschläft, wird mit ihm nicht glücklich. Ein kleinerer Spaniel aus Frankreich ist der Bretonische Spaniel.
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Quellen, abgerufen am 20.10.2026: FCI-Standard Nr. 106 Epagneul Bleu de Picardie (Blauer Picardie-Spaniel) (fci.be, englische Fassung vom 10.08.2023, gültiger Originalstandard publiziert 08.06.2023, keine deutsche Fassung); McMillan KM et al., Longevity of companion dog breeds: those at risk from early death, Scientific Reports 2024 (Rasse aufgeführt, aber nicht ausgewertet).
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